Navigation

Programm

Das Weihnachtsoratorium des Berliner Komponisten Heinrich von Herzogenberg (1843-1900) entstand im Jahr 1894 in Zusammenarbeit mit dem Straßburger Theologen Friedrich Spitta, der 1872-74 als Erlanger Student hier im Akademischen Chor mitgesungen hatte.

Spitta projektierte ein „volkstümliches“ Werk mit zahlreichen integrierten Weihnachtsliedern, die Herzogenberg höchst originell und variantenreich vertonte. Einige Strophen singen sogar die Zuhörer als „Gemeinde“ mit. Das Orchester ist nur mit Streichern plus Oboe und Harmonium als „Continuo-Instrument“ besetzt, was einen ungewohnten, sehr reizvollen „romantischen“ Sound ergibt. Die Solisten, teilweise aus dem Chor zu besetzen, singen (außer dem Evangelisten) nur wenig. Die Chorstücke sind das entscheidende in dem anderthalbstündigen Werk. Am Ende steht ein großer Doppelchor „Also hat Gott die Welt geliebt“.

Die Uraufführung am 16. Dezember 1894, also vor exakt 125 Jahren, in der mit 2000 Besuchern gefüllten Kirche St. Thomas in Straßburg durch den von Spitta begründeten „Akademischen Kirchenchor“ unter Leitung des Komponisten erlebte dieser als „die glücklichste Stunde meines Lebens“.