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125 Jahre Weihnachtsoratorium „Die Geburt Christi“

Komponist Herzogenberg im Ornat als Senator der preußischen Akademie der Künste

Vor exakt 125 Jahren, am 16.12.1894, erlebte die Straßburger Kirche St. Thomas die Uraufführung eines Weihnachtsoratoriums in völlig neuer Konzeption, erarbeitet vom dortigen Theologieprofessor Friedrich Spitta und dem Berliner Komponisten Heinrich von Herzogenberg.

Zu den vertonten Bibelworten hinzu treten zahlreiche Advents- und Weihnachtslieder in vielfältigen musikalischen Formen vom Duett „Joseph, lieber Joseph mein“ über ein wunderbar romantisch empfundenes, choralartiges „Es ist ein Ros entsprungen“ bis zum doppelchörig mit Solistenquartett und Chor angelegten „Nun singet und seid froh“. Die Hörer sind als „Gemeinde“ zum Mitsingen eingeladen mit Liedstrophen jeweils zu Beginn und am Ende der drei Werkteile „Die Erfüllung/ Die Verheißung/ Die Anbetung“. Der Komponist meinte zutreffend: „Ich glaube wirklich, die ganze Sache hat einen sehr neuen Ton und ist »unterhaltend« in höchstem Grade“.

Dieses Werk verbreitete sich rasch in den Jahren bis 1914, geriet danach allerdings in Vergessenheit. Heute ist es wieder das meist gespielte Opus des bereits 1900 verstorbenen Komponisten aus dem Freundeskreis um Johannes Brahms.

Librettist Spitta studierte übrigens vier Semester in Erlangen ab 1872 und sang hier Tenor im Akademischen Chor, der das Weihnachtsoratorium nun zum Jubiläum am Mittwoch, 18. Dezember, um 20 Uhr in der Neustädter Kirche zur Aufführung bringt – in der bewährten, alle drei Jahre zu Weihnachten praktizierten Kooperation mit Chorkreis St. Sebald und Kirchenchor Herz Jesu. Mit sechs Solisten und einem Ad hoc-Streichorchester werden über 150 Mitwirkende beteiligt sein! Der Eintritt ist frei!

https://www.herzogenberg.ch/kkentstehung.htm