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Chorsymphonisches zu Lichtmess

Auch das Konzert zum 275-Jahr-Jubiläum der FAU im Januar 2018 fand in der Matthäuskirche statt und enthielt eine Strübing-Uraufführung.
FAU/Kurt Fuchs

Der 2. Februar markiert das Ende der 40-tägigen Weihnachtszeit. Der volkstümliche Name „Lichtmess“ spielt auf den lange üblichen Brauch an, in der Messfeier dieses Tages die Kerzen für das folgende Jahr zu weihen.

Für ein großes Konzert an diesem Tag mit Solisten und der Vogtland Philharmonie als Symphonieorchester in der Matthäuskirche am Ohmplatz (Beginn: 19.30 Uhr) hat der Akademische Chor unter Leitung von UMD Prof. Dr. Konrad Klek im Wintersemester die Messe in e-Moll von Heinrich von Herzogenberg erarbeitet. Der Berliner Komponist schrieb sie im Frühsommer 1894 als „Trauerarbeit“ nach dem überraschenden Tod seines wichtigsten Freundes Philipp Spitta am 13.4.1894, des bis heute bekannten Bachforschers. Das Werk ist eine der großartigsten Messvertonungen des 19. Jahrhunderts. Herzogenberg bündelte hier die Summe seiner kompositorischen Erfahrung,  gerade auch in jahrelanger Auseinandersetzung mit dem geistlichen Schaffen Joh. Seb. Bachs. In der Umsetzung des Messetextes fand er viele originelle Lösungen, etwa das „Kyrie“ als grandiose, volltönende Ouverture, das „Gloria“ demgegenüber mit pastoral verhaltenen Passagen, das „Credo“ als eine Art Variationenreihe zur auch von Bachs h-Moll-Messe her bekannten Credo-Intonation. Am Ende steht im E-Dur-„Dona nobis pacem“ eine ergreifende Vision des wahren Friedens als Geschenk Gottes. Das hochrangig besetzte Solistenquartett mit Lydia Zboschil (Sopran), Kathrin Hildebrandt (Alt), Marcus Ullmann (Tenor) und Markus Simon (Bass) agiert oft wie ein zweiter Chor im Dialog mit dem großen Chor.

Den Rahmen zur etwa 50-minütigen Messkomposition stellen zwei für dieses Konzert entstandene Liedkantaten des Fürther Komponisten Uwe Strübing (Jg. 1956) im neuromantischen Stil. Am Anfang steht eine Vertonung des Lutherliedes „Mit Fried und Freud fahr ich dahin“ nach dem Lobgesang des greisen Simeon, der im Jesuskind den Heiland der Welt erkannt hat und daraufhin getrost sterben kann. Diese biblische Szene ist nach der liturgischen Ordnung das Evangelium zum 2. Februar. Den Schlusspunkt markiert das „Stille Nacht“-Lied in der Originalfassung mit sechs Strophen, durchkomponiert für solistische Stimme und Chor wechselweise mit Begleitung des Symphonieorchesters, ein bemerkenswerter Beitrag zum derzeit weltweit gefeierten 200-Jahr-Jubiläum des Liedes aus dem Salzburger Land.

Die Eintrittskarten kosten EUR 25.- und EUR 20.-, die Ermäßigung für Studierende und Schüler beträgt jeweils EUR 10.-. Vorverkauf über die Universitätsmusik (unimusik@fau.de) und erlangen ticket.